Alternativen zum Zucker

Alles über den süssen Geschmack

Teil 5


Wie entsteht Zahnkaries?

Karies ist die Folge regelmässigen Konsums fermentierbarer Kohlenhydrate. Mundbewohnende Bakterien bauen Zuckerreste zu Säure ab, die den Zahn-schmelz angreift. Dabei übernehmen die Zuckerreste für die Bakterien die Rolle eines Energielieferanten.
Xylit ist als einziger, natürlicher Zuckeraustauschstoff nicht fermentierbar, d.h. die Mundbakterien können Xylit nicht als Energiequelle verwerten, wodurch auch die Bildung von Säure unterbleibt. Dies könnte unter anderem mit folgender Hypothese erklärt werden:

Im Verlaufe ihrer jahrtausendealten Evolution haben die Bakterien der Mundhöhle "gelernt", alle mit unserer Nahrung aufgenommenen Zucker abzubauen. Alle diese Zucker sind Gebilde mit sechs Kohlenstoffatomen oder Vielfachen von sechs. Man kann sie sich als Türschlösser mit sechs Zacken vorstellen. Die Bakterien haben den dazu passenden Schlüssel (Enzym) mit den entsprechenden sechs Kerben entwickelt und sind somit in der Lage, alle sechszackigen Schlösser mit ihren sechskerbigen Schlüsseln aufzuschliessen.
Nun ist aber Xylit ein Zucker mit fünf Kohlestoffatomen. Dazu fehlt den Bakterien der entsprechende Schlüssel. Sie sind daher nicht in der Lage Xylit abzubauen und somit kann auch keine Säure gebildet werden, welche den Zahnschmelz zerstört. Es wäre denkbar, dass die Bakterien im Verlaufe ihrer weiteren Evolution einen fünfkerbigen Schlüssel entwickeln. Dies wäre aber zum mindesten ein sehr langsamer Prozess und zudem, im Hinblick auf den geringen Mengenanteil an Xylit, wenig wahrscheinlich.
Ein totaler Ersatz des normalen Zuckers durch Xylit wäre schon aus preislichen Gründen unrealistisch. Xylit wird aus land- und forstwirtschaftlichen Nebenprodukten gewonnen und muss einem komplizierten und teuren Reinigungsverfahren unterworfen werden.
Die gegenwärtige Jahresproduktion beträgt etwa 6000 Tonnen, gegenüber 90 Millionen Tonnen Zucker. Der totale Ersatz des normalen Zuckers ist in karies-prophylaktischer Hinsicht auch gar nicht notwendig, denn es ist unbestritten, dass eigentlich nur ein Bruchteil dieses Riesen-Zuckerberges für die Zahnkaries verantwortlich ist (10). Es handelt sich um


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