Evolution und Tabu


Wenn wir den Aktivitäten der Holzkonzerne in den letzten Waldgebieten der Erde keinen Riegel vorschieben, so wird es in 40 Jahren keinen Regenwald mehr geben!

160 Millionen Jahre Evolution sollen in wenigen Jahren gestoppt werden.
Gottes Schöpfung ist immer noch im Gang, auch wenn gewisse Schulgremien im mittleren Westen der angeblich fortschrittlichsten Nation der Erde nicht einmal Darwins grundlegende Arbeit anerkennen wollen.
Nebst dem Meer, unserer Wiege, ist der Urwald das grosse Laboratorium der Evolution. Mit der Zerstörung beider Biotope sind wir fieberhaft beschäftigt und haben die Arroganz, das Entwicklung zu nennen.
Der Urwald, diese gewaltige Entwicklungsstätte, wo es mehr Arten gibt, als selbst die Wissenschaft kennt, wo immer wieder neuartiges Leben entsteht, fällt der Kurzsichtigkeit eines wild gewordenen Säugetiers zum Opfer. Des einzigen Tiers, dem es gelungen ist, die Kontrolle über seine Vermehrung auszuschalten.

Täglich werden weitere Arten von Pflanzen und Tieren, noch nicht einmal richtig katalogisiert, für immer verschwinden.
Warum eigentlich?
Ist die Verarmung unserer Umwelt wünschenswert?
Gewiss nicht, es hat einfach keinen Platz mehr für die Umwelt neben den menschlichen Milliarden.

Wo bleiben da die Religionen?
Anstatt gegen die Vernichtung der Lebensräume für Millionen von Organismen anzutreten, verwenden sie ihre unglaubliche Machtfülle für völlig inkonsequente Belange.
Die meisten versprechen uns eine Art weiteres Leben nach dem Tod.
Aber wie steht es um das weitere Leben unserer Nachfahren?


Einst stand die Erde im Mittelpunkt des damals bekannten Universums. Wehe denen, die daran zweifelten.
Später endete das Universum mit unserem Sonnensystem.
Heute weiss wenigstens die Wissenschaft, wie unbedeutend unsere Position im gewaltigen Theater der Schöpfung wirklich ist.

Aber der Mensch nimmt sich selber immer noch zu wichtig.
Wenn heute die Stimmen zum Schutz der Umwelt im Allgemeinen und des Regenwaldes im Speziellen immer lauter werden, dann nur darum, weil es auch Menschen gibt, die darin wohnen. Regenwald ohne Regenwaldbewohner wäre uns offenbar nicht schützenswert genug.
Indianer und Penan sind Bestandteil ihrer Wälder und haben nachhaltige Nutzung ausgeübt, lange bevor der Begriff von uns als Feigenblatt geprägt wurde. Ganz im Gegensatz zu den einfallenden Horden von Strassenbauern, Rohstoff-Ausbeutern, Wilderern, Bauern und Siedlern. Dem kurzfristig-kurzsichtigen Denken unserer Wirtschaft ist es egal, was wir unseren Nachfahren zurücklassen.
Mit unserer wahnwitzigen exponentiellen Vermehrung schaffen wir es, dass in unserem Kielwasser nur Steine und Wüste zurückbleiben.
Mein Vorschlag wäre, die antropologische Terminologie um eine Subspezies für den modernen Menschen zu erweitern: Homo petrifax...

Die meisten Politiker sind sich der Gefahren, die uns eine blinde Ausbeutung der Rohstoffreserven bringt, bewusst. Ihre Hilfe greift aber nie an der Wurzel des Uebels ein. Punktuelle Massnahmen beschränken sich auf die Beschaffung von Fonds, der Entsendung von Experten auf den Gebieten der Medizin, der Landwirtschaft, der Erziehung. Niemals wird das Uebel an der Wurzel bekämpft. Auf keinen Fall darf das einzig langfristig wirksame Mittel eingesetzt werden, nämlich die Bevölkerungsreduktion. Denn dabei gerät man in ein Gebiet, das mit Tabus ummauert ist. Unsägliche "political correctness"! Ein mutiger Politiker, der uns den Spiegel der Realität vorhielte, würde unter Druck der Wirtschaft und der Mehrzahl seiner Wähler raschestens zum Schweigen gebracht.

Alle sind wir an der Vermehrung der Anzahl Menschen interessiert:

Schenkt man der Gaia - Theorie von James E. Lovelock Glauben, so könnte man annehmen, dass die neuen Geschlechtskrankheiten und die vermehrt auftretenden "Natur"katastrophen eine Reaktion der Erde auf die unkontrollierte Ueberwucherung und Zerstörung durch eine einzige Spezies darstellen.

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