Wir wissen ja schon einiges. Doch vieles wird entweder gar nicht oder nur halbherzig umgesetzt. Unsere Lebensgrundlagen aber - das zeigt die dramatische Situation in den "Entwicklungsländern" -schwinden rasant. Wir aber zaudern. Zwar wird punktuell etwas verbessert, hier eine Umweltgesetz erlassen, dort ein Abkommen zum Schutz der Natur getroffen - aber vor den umfassenden, notwendigen und dringenden Veränderungen wird sich gedrückt.
Wo sollen wir beginnen?
Weil wir insgeheim befürchten, dass wir uns mit der technischen Zivilisation und ihren Bequemlichkeiten und Möglichkeiten bereits in eine Sackgasse der Abhängigkeiten manövriert haben, aus der wir womöglich gar nicht mehr herauskommen? Nur wenige unter uns ziehen persönliche Konsequenzen, schränken sich ein, verzichten auf Auto, Reisen und Luxus, zahlen etwas mehr für Bio-Nahrung und versuchen umzusetzen, was im Grossen auf sich warten lässt: Die Reduktion der Bedürfnisse auf das Lebensnotwendige. Vielleicht wäre dies die Lösung vieler Probleme, so es überhaupt eine geben sollte. Aber was für eine Lösung! Würde sie nicht unweigerlich zum Kollaps der Industriegesellschaften führen? Weil ihre globalisierte Wirtschaft falschen Zielen nachhechelt, von ständig wachsenden Nachfragen abhängt und so vorzu weitere künstliche Bedürfnisse erfinden muss?
Gegen Umweltkatastrophen mit noch mehr Technologie?
Stecken wir also zu Beginn des 3. Jahrtausends im bislang schwersten Dilemma der Menschheit? Wenn wir, wie bisher üblich, jedes Problem vor allem für sich isoliert betrachten und zu lösen versuchen, scheinen die drückenden Umweltprobleme der Gegenwart mit Willen, Entschiedenheit und den erforderlichen Mitteln immer noch "lösbar". Nicht zuletzt ja deshalb, weil unter dieser Optik immerhin auch die grossen Errungenschaften unserer Zivilisation entstanden sind. Alles "Siege der menschlichen Denk- und Tatkraft", welche z.B. viele Tonangebende mit Zuversicht in die Zukunft blicken lassen. Ihr Glaube an den Endsieg von Mensch und Technik über die "Defizite und Unzulänglichkeiten" der Natur hat durchaus etwas Faszinerendes. Vielleicht entwickeln wir Menschen ja tatsächlich noch Fähigkeiten und Techniken, die wir uns heute nie träumen lassen. Wer weiss!