Radio- und Fernsehsprecher auf dem Kriegsfuss


1. An unsere schweizerischen Radio- und TV-Sprecher:

Weil unserer schweizerischen Art Deutsch zu sprechen immer noch das Ungeschliffene, Bäuerliche anhaftet, lernen Sie ein Bühnendeutsch, dass unserer internationalen sprachlichen Veranlagung diametral entgegenläuft. In den nationaldeutschen Sprachschulen wird unser international-tolerantes Deutsch zu Unrecht verunglimpflicht. Daher müssen Sie z.B. vierzig (40) als "fürrzich" aussprechen. Tönt das wirklich besser?

Statt dem in allen Sprachen verständlichen Helikopter müssen Sie "Hubschrauba" sagen. (Link zu hundert weiteren Beispielen)
Warum folgen Sie der von einem schnauzbärtigen Massenmörder eingeleiteten Reinhaltung der deutschen Sprache, anstatt dass Sie sich der historischen Toleranz im schweizerischen Deutsch für französische und lateinische Wurzeln besinnen?

Englische Ausdrücke müssen Sie deutsch-Deutsch, d.h. falsch aussprechen, ja nicht schweizerisch-Deutsch und richtig. Ein Beispiel soll genügen:
Los Angeles (ä, wie in Märit) wird zu "Los Ehndscheles"!
Wenn Sie, liebe Schweizer Sprecher das so in der deutschen Sprachschule gelernt haben, das "a" als "e" auszusprechen, so haben Sie etwas Falsches gelernt. Auch wenn es im Deutschen diesen Laut im Gegensatz zur schweizerischen Sprache nicht gibt. In verdeutschten englischen Filmen versteht man "Casey", wenn jemand nach Cathy ruft. Kommt eine Alice vor, so wird sie von den Synchronsprechern "Ellis" genannt.

Am schlimmsten scheint der manische Hang der Deutschen, zweisilbige Fremdwörter auf der zweiten Silbe zu betonen: "Jur'y" statt "J'ury" "Bür'o", wo es "B'üro heissen sollte und Monsieur "D'upont" wird zu Monsieur "Dup'ont".

Versuchen Sie doch wieder Deutsch schweizerischer Prägung zu sprechen. Ich glaube die Zeiten, in denen uns die nördlichen Nachbarn unserer Sprache wegen belächeln konnten, sind vorbei.

2. Die richtigen Ableitungen für Namen der Einwohner lateinamerikanischer Länder

Zugegeben, man kann kaum verlangen, dass die Sprecher der spanischen Sprache mächtig sind. Jedoch macht es Sinn, einmal mit ein paar peinlichen Fehlern aufzuräumen.
Die Einwohner von Panama sind keine Panamesen; schon gar keine Panamaer, obwohl wir von unseren Sprechern fast ausschliesslich eine dieser Formen serviert bekommen. Die Leute heissen Panamenier, von span. panameños. Auf englisch sagen es alle Sprecher richtig: panamenians.
Apropos Panama: Zentralamerika beginnt im Norden mit Guatemala (Bewohner: Guatemalteken) und endet mit Costa Rica.
Die Einwohner von Costa Rica kann man nicht einfach als Costa Ricer bezeichnen (oder gar Kosta Riker bei den Leuten, die Marokko, Toskana und Lokarno schreiben), sie heissen Ticos oder Ticas, je nach Geschlecht.

Costa Rica ist das südlichste zentralamerikanische Land. Panama gehört zu Südamerika.
Mexico gehört zu Nordamerika.
So ist das, auch wenn unsere Agenturen das nicht nicht zu wissen scheinen.


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