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Linguistische Verirrungen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Im Jägerlatein gibt es eine Reihe von Ausdrücken, die den wirklichen Inhalt der Tätigkeit zu beschönigen versuchen.
So wird zum Beispiel das Blut des Opfers zu "Schweiss".
Noch schlimmer beschönigen Jäger im englischen Sprachbereich ihr Tun.
Wissen Sie wie das Töten von Walen und Robben genannt wird?
"Harvesting" !!! Das heisst wörtlich "ernten". Die Beschönigung soll vorgaukeln, dass es um nichts Schlimmeres als das Abschneiden von Gras handle.
Bei uns sagt man Wale "fangen" statt Wale töten.
Wenn wir glauben, ein Haustier töten zu müssen, so wird es bloss "eingeschläfert".
Wenn wir eine gesamte Tierspezies augerottet haben, so sagen und schreiben wir sie sei "ausgestorben".
Etwas anderst geht die Soldenten-Sprache vor.
Die seltsamen Wortschöpfungen sind mir aus den Wiederholungs-Kursen bei der Schweizer Armee noch tief in Erinnerung.
Ich weiss nicht, inwiefern diese Sprache noch in Gebrauch ist, aber bezeichnend war sie allemal.
So steht z.B. im Dienstbüchlein: "Der Schweizer Soldat trägt den besten Schuh aller Armeen."
Das ist absolut richtig.
Richtig im Sinn von "Die Marmor-Matratze ist die beste Matratze der Welt."
Der Befehl "Ruh'n" bedeutete nicht etwa Ausruhen sondern bloss, dass man von der einen verkrampften Position in eine andere unbequeme Stellung übergehen soll.
"Rechts anhalten", meinte nicht etwa, dass man auf der rechten Strassenseite anhalten soll, sondern: weitergegehen auf der rechten Strassenseite.
In unbequemer Stellung im Manschaftsraum einees Lastwagen eingequetscht, konnte man den Befehl hören: "absitzen!"Ein "Ruhetag" war nicht etwa ein Tag, an dem man ausruhen durfte, sondern, dass man anstatt um sechs Uhr morgens erst um Sieben aufstehen musste.
Der "Grosse Urlaub" dauerte anstatt einen, ganze zwei Tage.
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