Kritik am Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg
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Es war einmal.....
eine Zeit, da war unser Basler Sternenfeld ein bedeutender Teil
der sich rasch entwickelnden internationalen Aviatik (Eugen
Dietschi). An eine Vergrösserung war nicht zu denken und der
Volksentscheid gegen das Abholzen des Hard-waldes ist wohl aus
heutiger Sicht als weise zu betrachten. Aus dieser Lage entstand
das "Miracle de Blotzheim", ein in politischer Hinsicht
einzigartiges Werk bi-nationaler Zusammenarbeit. Die Frager ob
dieser Zweiländer-Flughafen auch auf technischem Gebiet ein
Wunder ist, wurde in der Oeffentlichkeit kaum je diskutiert. Es
lohnt sich, nach 45 Jahren Staatsvertrag einmal das Funktionieren
dieser Einrichtungen vom Blickpunkt fliegerischer Operationen her
kritisch zu beleuchten. Gemäss Vertrag werden alle
wesentlichen Dienste durch Frankreich wahrgenommen:
Der Schweiz wurde der Betrieb des Restaurants überlassen.
Ungeachtet nationaler Grenzen sind Lufthoheitsgebiete in Regionen eingeteilt, die in der Regel der Reichweite des Bodenradars entsprechen. Die Schweiz hat zwei Regionen: Genf und Zürich. Ein Teil des Tessins untersteht der Kontrolle von Milano Radar. Aus technischen Gründen müsste der Luftraum um Basel zu Zürich gehören und nicht (via Reims) zum fernen Paris. Dazu kommt, dass trotz reichlicher Besetzung von Turm und Luftverkehrsbureau,die Kompetenz des Personals dem Vergleich mit Zürcher Controllern und Beamten nicht standhält. Das Gefälle vom Controller in Chicago O'Hare, der eine Landung alle dreissig Sekunden bewältigt, über die anerkannte Qualität eines "Swisscontrol" Fluglotsen bis zur Enttäuschung der französischen (nicht-Elsässer) Turmbeamten ist gewaltig. Mangelndes Können wird durch Langsamkeit in der Abfertigung ersetzt. Nur dadurch kann die Verkehrssicherheit in Basel, France auf hohem Niveau gehalten werden, etwa wie der Strassenverkehr bei 15 km/h sicherer ist als bei 60 km/h. Uebertrieben lange zeitliche Trennung bei Starts und Landungen kosten Treibstoff und verteuern die Fliegerei. Im Gegensatz zu den effizienteren Zürchern wird in Basel auch recht oft in der "nationalen" Sprache gesprochen, nämlich französisch, was weder nötig noch der Sicherheit dienlich ist. Jeder Pilot und jeder Controller muss ohnehin Englisch können, warum also das Französisch. Auf der automatischen Tonband-Wetterdurchsage z.B. muss man jeweils 1/2 Minute warten, bis das Französisch vorbei ist, was einmal einen Swissair-Captain veranlasste, das Wetter vom Turm direkt zu verlangen. "Sie können das Tonband abhören wie alle anderen" näselte der "Basler" Controller, seine bescheidenen Englischkenntnisse zu Hilfe nehmend. "Ich habe im Anflug keine Zeit, mir das in mehreren Sprachen anzuhören" antwortete der Schweizer Pilot. Nachdem es, gottseidank, gelungen ist, eine einzige Sprache weltweit im Flugverkehr einzuführen, sollte diese Errungenschaft nicht wieder durch schnöden Nationalismus gefährdet werden. Schliesslich mussten dieser Art Nationalstolz wegen schon Menschen ihr Leben lassen. Als im Jahre 1964 der Zagreber Controller einem englischen Charterflugzeug die Flugfläche 300 freigab, tat er das nach internationalen Gepflogenheiten auf Englisch. Kurz darauf beging er den Fehler seines Lebens, er gab dieselbe Fläche in Gegenrichtung einem jugoslawischen Jet frei - auf Serbokroatisch. Man kann weder von einem Piloten noch von einem Controller verlangen, dass sie die Sprachen sämtlicher Nationen sprechen. Hätte der Zagreber Controller seinen Fehler auf Englisch gemacht, so wäre das dem Engländer aufgefallen, er hätte den Luftraum beobachtet und sofort eine andere Flugfläche verlangt. Es hätte keinen Frontalzusammenstoss bei schönstem Wetter gegeben und 350 Menschen hätten ihr Ziel lebend erreicht.
Dem Wettermann des Flughafens obliegt das Austeilen von Wetterkartenmaterial Die Beratung der Besatzungen.
Bei uns in Basel kommt das Kartenmaterial für das Strecken- und Zielwetter in miserabler Qualität per Draht aus Paris. Die wenigsten Meteorologen in Basel-Mulhouse sind in der Lage, den Piloten eine Wetterberatung zu geben. Was Wunder also, wenn gewissenhafte Piloten schweizerischer Unternehmen ihr "Wetter" in Zürich einholen, wo sie eine hervorragende Beratung auch am Telephon erhalten können. Eine wichtige Einrichtung zur Korrektur der Wetterprognose sind die Piloten-Reports über Gegenwartswetter. In "Basel" ist man daran gar nicht interessiert. Wiederholt haben Steiks stattgefunden, wobei der Flughafen dann ganz ohne Wetterdienst ist. Die Situation ist in diesem Fall
25 Jahre nach dem ein von französischen Bauarbeitern errichtetes und von uns finanziertes Bauwerk fertiggestellt ist, geht es automatisch in französischen Besitz über.
Kein Problem. Das Rechnungswesen ist BP (Schweiz) in Zürich angegliedert. Das elsässische Personal ist die Liebenswürdigkeit selbst.
Seit seinem Bestehen wartet der Flughafen Basel-Mulhouse auf ein nennenswertes Anwachsen der Passagier- und Frachtzahlen. Zwar wird eine Statistik der Bewegungen für Linien publiziert, jedoch fehlen Angaben über die allgemeine Luftfahrt, das heisst über ihren bedeutenden Beitrag an
Dieser wichtige Teil der Luftfahrt wird in Basel systematisch
heruntergespielt, obwohl man ihm immer höhere finanzielle
Belastungen zumutet und immer neue Schikanen auferlegt. Es ist
fraglich, ob der Flughafen überhaupt noch betrieben werden
könnte, wenn durch übertriebene Forderungen die
allgemeine Luftfahrt eines Tages den Flughafen Basel-Mulhouse
verlassen müsste.
Drei Unterhaltsbetriebe mit zusammen 400 Arbeitskräften
(also mehr als der Flughafen Beamte beschäftigt) leben in
Basel von der allgemeinen Luftfahrt. Zwei Flugschulen und ein
Helikopterunternehmen stehen in Basel zur Verfügung. Die
Interessen der allgemeinen Luftfahrt gegenüber dem Flughafen
werden von der General Aviation Genossenschaft wahrgenommen.
Besser als diese Vielfalt wäre eine starke Lobby
gegenüber dem Flughafen. Ein einziger "Fixed Base
Operator" nach amerikanischem Vorbild: Ein Unternehmen, das
Schulung, Vermietung, Unterhalt und Benzinverkauf anbietet, das
ein Abfertigungszentrum (Flugplanbureau, Wetterstation, Zoll)
unterhält und über ein PR-Budget für die
Oeffentlichkeitsarbeit verfügt.